24.04.20

ADK beschließt die Möglichkeit von Kurzarbeit für kirchliche Einrichtungen während der Covid-19 Pandemie

Durch Beschluss der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen (ADK) vom 23.04.2020 wurde eine Rechtsgrundlage für die Einführung von Kurzarbeit während der Covid-19 Pandemie in Dienststellen im Anwendungsbereich der Dienstvertragsordnung (DVO) geschaffen. Die Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter*innen in der ADK verständigten sich auf eine Arbeitsrechtsregelung im Gleichklang mit dem kürzlich bereits für den kommunalen Bereich geschlossenen Tarifvertrag „Covid-19“. Dabei orientierte man sich sehr eng am Wortlaut dieses Tarifvertrags. Die Verwaltung und der Sozial- und Erziehungsdienst sind von der Kurzarbeit grundsätzlich ausgenommen, Zielrichtung sollen vor allem eigenwirtschaftlich arbeitende Einrichtungen sein.

Die Arbeitsrechtsregelung regelt im Einzelnen die Voraussetzungen der Einführung der Kurzarbeit, deren Ausgestaltung sowie den Umfang und ihre Höchstdauer. Das von der Bundesagentur für Arbeit gewährte Kurzarbeitergeld wird für die Beschäftigten der Entgeltgruppen 1 bis 10 auf 95 % des regulären Nettoentgelts und ab der Entgeltgruppe 11 auf 90 % aufgestockt. Ansprüche auf Urlaubsentgelt, die Jahressonderzahlung und vermögenswirksame Leistungen werden so berechnet, als würde im bisherigen Umfang weitergearbeitet. Betriebsbedingte Kündigungen sind während der Kurzarbeit und noch für einen Zeitraum von drei Monaten nach dem Ende der Kurzarbeit ausgeschlossen. 

Die konkrete Ausgestaltung der Kurzarbeit erfolgt durch die Anstellungsträger und die örtlichen Mitarbeitervertretungen durch Abschluss einer Dienstvereinbarung. Es wurde vereinbart, dass die jeweiligen Kirchenleitungen im Einvernehmen mit ihren Gesamtausschüssen den Mitarbeitervertretungen eine Musterdienstvereinbarung erstellen und zur Verwendung für die örtlichen Mitarbeitervertretungen empfehlen.

Die beschlossene Änderung der Dienstvertragsordnung tritt rückwirkend zum 1. April 2020 in Kraft und soll bis zum 31. Dezember 2020 gelten.

Die in der ADK beteiligten drei Landeskirchen (Hannover, Braunschweig und Oldenburg) und die anderen Arbeitnehmerorganisationen erklärten noch in der Sitzung ihren Einwendungsverzicht. Die Kirchengewerkschaft Niedersachsen holt für diese wichtige Entscheidung noch das Votum des erweiterten Vorstands ein, dem 15 Mitglieder aus den drei Landeskirchen angehören.

Über die Hintergründe des langen Wegs zu diesem Ergebnis werden wir noch berichten.

Quelle: www.kg-nds.de

Download der 94. Änderung der Dienstvertragsordnung vom 23.04.20

Pressemitteilung der der Landeskirche Hannover

Bericht von der Sitzung der Arbeits- und Dienstrechtlichen Kommission vom 23.04.2020

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06.04.20

Kurzarbeit für eigenwirtschaftlich arbeitende kirchliche Einrichtungen soll möglich werden

ADK-Info 2020-1 hier

Pressemitteilung der Landeskirche Hannovers vom 03.04.20 hier

Ein Bericht über die schwierigen Verhandlungen in der ADK hier

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02.04.20

Kurzarbeit in der Corona-Krise: ver.di und kommunale Arbeitgeber verständigen sich auf „Covid-19-Tarifvertrag“ für den öffentlichen Dienst

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31.03.20

Newsletter der MAV 2/2020

Inhalt:

1. Corona
2. Fortbildung Eigenanteil
3. Mehraufwendungen
4. Rückwirkende Verbesserungen im Kita-Bereich
5. Wie zufrieden sind Sie mit ihrer Arbeitssituation?
Besinnung auf das Wesentliche

Download hier

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31.03.20

Kurzarbeit auch bei der Kirche?

Mehr Informationen gibt es hier.

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24.03.20

Arbeitsrechtlich relevante Themen zum Corona-Virus

Informationen der Kirchengewerkschaft:

Teil 1

Teil 2

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Informationen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft – ver.di:

Fragen im Zusammenhang mit der Corona-Epidemie

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Informationen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Hompage

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Corona und Arbeitsrecht: FAQ für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer DGB

Alles, was Beschäftigte in der Corona-Krise wissen müssen

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12.03.20

Handlungsempfehlungen der Landeskirche Hannovers bei weiterer Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2)

Gegenwärtig verändert sich die Risikoeinschätzung angesichts des sich weiter ausbreitenden Coronavirus täglich. Deshalb können wir nur Handlungsempfehlungen aussprechen, die sich auf den jetzigen Stand beziehen. Wir aktualisieren jedoch diese Webseite kontinuierlich. Bitte informieren Sie sich hier in der kommenden Zeit.


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11.03.20

Ausnahmesituation: AU-Bescheinigung per Telefon möglich

Patienten mit einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege müssen wegen der bloßen Attestierung einer Arbeitsunfähigkeit nicht extra in die Praxis kommen. Voraussetzung hierfür ist, dass sie weder in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer Person hatten, bei der das neue Coronavirus nachgewiesen wurde, noch sich in einem Gebiet mit Covid-19-Fällen aufgehalten haben. Diese Regelung gilt auch für Kinder.

In diesen Fällen dürfen Ärzte nach telefonischer Anamnese eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für bis zu sieben Tage ausstellen und dem Patienten per Post zusenden. Auf diese zeitlich befristete Ausnahmeregelung haben sich die KBV und der GKV-Spitzenverband heute (09.03.20) geeinigt. Sie gilt ab sofort.

Mehr dazu hier

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10.03.20

Gesundheitsschutz

7 neue Fragen zum Coronavirus im Betrieb

Mit der Ausbreitung des Coronavirus stellen sich laufend neue Fragen zum Verhalten im Betrieb: Darf ein Arbeitgeber seine Mitarbeiter fragen, ob sie in Corona-Risikogebieten waren? Müssen Arbeitgeber darüber informieren, wenn ein Coronavirus-Fall im Betrieb aufgetreten ist? Antworten auf 7 aktuelle Fragen gibt – im Anschluss an sein erstes Interview – unser Experte Prof. Dr. Wolfgang Däubler im Interview.

1. Darf ein Arbeitgeber Mitarbeiter fragen, ob sie in Corona-Risikogebieten waren?

Ja, da hätte ich keine Bedenken. Wer aus dem Urlaub oder von einer Dienstreise nach China oder Italien zurückkommt, muss Auskunft darüber geben, ob er dort in einem Risikogebiet war. Der Arbeitgeber und die Arbeitskollegen müssen wissen, ob Ansteckungsrisiken bestehen oder nicht. Dem entspricht es, dass Bewerber seit jeher nach einer ansteckenden Krankheit gefragt werden dürfen. Eine allgemeine Frage: »Wo waren Sie im Urlaub?« ist dagegen nicht zulässig, da sie ausschließlich die Privatsphäre betrifft.

2. Um die Ärzte angesichts der Ausbreitung des Coronavirus zu entlasten, appellieren Kassenärzte an Arbeitgeber, in diesen Krisenzeiten bei leicht erkrankten Beschäftigten ein ärztliches Attest erst nach sechs Tagen zu fordern. Sollten sich Interessenvertretungen für solch eine Regelung einsetzen und diese schriftlich festhalten?

Ja. Das Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG wird normalerweise nur dazu verwendet, die Pflicht zur früheren Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abzuwehren. Man kann es in der gegenwärtigen Situation aber auch im Sinne des Appells der Kassenärzte verwendet und diesen zumindest unterstützen.

3. Müssen Arbeitgeber ihre Mitarbeiter darüber informieren, wenn ein Coronavirus-Fall im Betrieb aufgetreten ist? Darf der Arbeitgeber den Namen des betroffenen Arbeitnehmers preisgeben?

Die Beschäftigten müssen von dem Coronavirus-Fall informiert werden, damit sie sich besser schützen können. Dies gilt für alle, die mit dem Erkrankten in Berührung gekommen sein konnten. Ist ein Betriebsteil vom restlichen Betrieb isoliert und kann man z. B. durch das Zugangskontrollsystem ausschließen, dass der Erkrankte dort war, so kann man diesen Teil ausnehmen.

Der Name des Betroffenen darf aber in keinem Fall genannt werden; das ist für die Vorsorgemaßnahmen nicht erforderlich. Inwieweit die Erkrankung dazu führt, dass zu Hause gearbeitet oder dass eine Quarantäne verhängt wird, ist eine andere Frage.

4. Müssen Arbeitnehmer den Arbeitgeber informieren, wenn in ihrem Bekanntenkreis ein Coronavirus-Fall aufgetreten ist?

Eine Informationspflicht besteht nur dann, wenn eine Ansteckungsgefahr besteht. Es geht also nicht um den ganzen Bekannten- und Freundeskreis, sondern nur um Personen, mit denen man in den letzten zwei Wochen unmittelbaren Kontakt hatte.

Bei Familienangehörigen wird dies in aller Regel der Fall sein. In solchen Fällen sollte man im Interesse der Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen den Kontakt bekannt machen und nicht erst abwarten, bis vielleicht eine Quarantäne verhängt wird. Obwohl es sich um einen Vorgang aus dem Privatleben handelt, darf man nicht für sich behalten, dass man möglicherweise auch infiziert ist.

5. Dürfen Arbeitgeber anordnen, dass im Betrieb das Händeschütteln nicht mehr erlaubt ist? Kann der Betriebs-/Personalrat hier mitbestimmen?

Zur ersten Frage: Im Prinzip ja. Allerdings muss hier der Betriebsrat nach § 87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG mitbestimmen, da es nicht um ein notwendigerweise mit der Arbeit verbundenes Verhalten geht, sondern um eine zusätzliche Verhaltensregel. Hier gilt nichts anderes, als wenn das Tragen einer Dienstkleidung oder die Benutzung bestimmter Formeln im Umgang mit den Kunden vorgeschrieben wird. Dasselbe gilt nach § 75 Abs. 3 Nr. 15 BPersVG für den Personalrat im Bund.

6. Können sich Arbeitnehmer aus Angst vor Ansteckung weigern, an beruflichen Terminen außerhalb des Betriebs, z.B. Schulungen, Messen etc. teilzunehmen?

Ein Recht zur Arbeitsverweigerung besteht nur dann, wenn eine konkrete Gesundheitsgefahr zu befürchten ist. In solchen Fällen wird dann aber meist die Veranstaltung selbst – wie z. B. die Leipziger Buchmesse – abgesagt. Im Einzelfall sollte man mit dem Arbeitgeber darüber reden, ob die Teilnahme wirklich notwendig ist oder ob es nicht genügt, wenn man in einigen Monaten an einem gleichartigen Lehrgang oder einer vergleichbaren Messe teilnimmt. Nur wenn es Gründe gibt, gerade jetzt an den Veranstaltungen teilzunehmen, muss man hinfahren.

Eine Ausnahme ist zugunsten von Risikogruppen zu machen. Wer gerade eine Chemotherapie hinter sich hat und deshalb ein geschwächtes Immunsystem besitzt, sollte auch nicht der abstrakten Gefahr einer Ansteckung ausgesetzt werden. Er kann die Teilnahme an Schulungen, Messen usw. verweigern.

7. Kann der Arbeitgeber einzelne Beschäftigte nach Hause oder zum Arzt schicken, wenn sie mit unklaren Symptomen, die auf das Virus hindeuten könnten, im Betrieb erscheinen?

Ja. Die meisten Beschäftigten werden selbst zum Arzt gehen, um Klarheit zu gewinnen. Manche Städte organisieren dies so, dass der Arzt keinen Termin gibt, sondern das Gesundheitsamt informiert. Dieses nimmt dann an einem Platz, wo nur »Verdachtsfälle« hinkommen, den Test vor. Wird der Einzelne nicht aktiv, kann ihn der Arbeitgeber von der Arbeit freistellen und zum Test schicken. Dies rechtfertigt sich mit der »Fürsorgepflicht« gegenüber den übrigen Beschäftigten.

Den Einzelnen nur nach Hause zu schicken, ohne auf eine Klärung der Symptome hinzuwirken, wird selten vorkommen, weil dann der Arbeitgeber die Vergütung nach § 615 BGB fortbezahlen muss.

 Der Interviewpartner

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Dr. Wolfgang Däubler

Professor für Deutsches und Europäisches Arbeitsrecht, Bürgerliches und Wirtschaftsrecht an der Universität Bremen. Er ist einer der bekanntesten Arbeitsrechtler.

 

 


Quelle: https://www.bund-verlag.de/betriebsrat/aktuellesbr~7-aktuelle-Fragen-zum-Coronavirus-im-Betrieb~?newsletter=BR-Newsletter%2F2020-03-10&utm_source=br-newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=2020-03-10

Mehr Informationen finden Sie hier:

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31.01.20

Mitarbeiterversammlung 2020

Vorab möchten wir informieren, dass die Mitarbeiterversammlung 2020 am 12.11.20 um 13.45 Uhr in der Ev.-luth. Kirche Liebfrauen in Neustadt ist.

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20.12.19

Die MAV wünscht eine gesegnete Weihnachtszeit und einen „guten Rutsch“ ins neue Jahr!

 

Das Büro der MAV ist in der Zeit vom 23.12.19 – 03.01.20 nicht besetzt.

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19.12.19

Newsletter der MAV 2/2019

Inhalt:

1.      Übernahme der Tarifeinigung für die Beschäftigten der Länder

2.      Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

3.      TEILZEIT – ALLES WAS RECHT IST

4.      Hannoversche Landeskirche will keine Mehrarbeitszuschläge an Teilzeitkräfte, welche Mehrarbeit leisten, auszahlen

5.      Kleinbusfahrsicherheits-Training für Ehrenamtliche und Hauptberufliche

6.      Kita - Der wahre Kita-Skandal

7.      Termin der Mitarbeiterversammlung 2020

Download hier

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08.11.19

Aktuelle Information zur Übernahme des TV-L Abschlusses
Jahressonderzahlung soll weiter abgesenkt werden!

Zwischen der Arbeitgeberseite und der Arbeitnehmerseite in der ADK gibt es zur rückwirkenden Übernahme des Tarifergebnisses des TV-L zum 01.01.2019 nur noch einen Streitpunkt bei der Jahressonderzahlung: Weil beim Tarifvertrag der Länder die Jahressonderzahlung auf den Stand von 2018 eingefroren wurde, haben die Arbeitgeber veranlasst, dass die damit verbundene Kürzung der Jahressonderzahlung als zusätzliche Kürzung an die kirchlichen Beschäftigten Ende November weitergegeben wird.

Mehr dazu hier

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23.10.19

Neue Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zum Thema "Teilzeit"


Die Broschüre "Teilzeit" des BMAS informiert über die rechtlichen Bedingungen, in Teilzeit zu arbeiten. Dabei werden auch die Themenbereiche "Arbeitsrecht", "Arbeitsverhältnis", "Betriebliche Mitbestimmung", "Sozialversicherungsrecht", "Geringfügige Beschäftigung", "Teilrente", "Altersteilzeit" und "Elternzeit" angesprochen. Umfangreich ist die Darstellung des sozialversicherungsrechtlichen Teils - also Unfall-, Kranken-, Pflege- Arbeitslosen- und Rentenversicherung.

Download hier (Stand: Juli 2019)

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07.10.19

Hannoversche Landeskirche will keine Mehrarbeitszuschläge an Teilzeitkräfte, welche Mehrarbeit leisten, auszahlen

Wie schon auf der Homepage des Gesamtausschusses am 15.02.2019 berichtet, hat das Bundesarbeitsgericht in einer Entscheidung vom 19.12.2018 (10 AZR 231/18) entschieden, dass eine Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten vorliegt, wenn diese bei Ableistung von Mehrarbeit erst bei Überschreitung der Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten Mehrarbeitszuschläge beanspruchen können. Nach Einschätzung des Gesamtausschusses spricht aufgrund dieses Urteils viel dafür, dass bei angeordneter Mehrarbeit Teilzeitbeschäftigter, welche nicht im Laufe der nachfolgenden Woche wieder ausgeglichen wird, Mehrarbeitszuschläge fällig werden.

In Gesprächen des Gesamtausschusses mit dem Landeskirchenamt deutete sich zuerst an, dass dieses sich unserer Einschätzung anschließen würde. Nunmehr nimmt das Landeskirchenamt eine gegenläufige Position ein. Hintergrund sind zwei Urteile des Landesarbeitsgerichts Nürnberg vom 30.04.2019 (7 Sa 346/18) und vom 03.05.2019 (8 Sa 340/18), sowie eine sich auf diese beiden Urteile beziehende Empfehlung des Verbandes kommunaler Arbeitgeber.

In den beiden Urteilen des LAG Nürnberg wird die Zahlung von Überstundenzuschlägen bei Mehrarbeit von Teilzeitbeschäftigten abgelehnt, da nach Auffassung des Gerichtes diese Ungleichbehandlung von Teilzeitbeschäftigten gegenüber Vollzeitbeschäftigten gerechtfertigt ist und somit keinen Verstoß gegen § 4 Abs. 1 Teilzeit- und Befristungsgesetz darstellt. Begründet wird dies vom Landesarbeitsgericht Nürnberg mit dem Leistungszweck der Regelung: „Sie beabsichtige, Beschäftigte vor Belastung durch Arbeitsstunden zu schützen, die über die regelmäßige Arbeitszeit von Vollzeitbeschäftigten hinausgehen.“ Einen Bedarf, auch Teilzeitbeschäftigte vor der Überschreitung ihrer individuellen Teilzeitquote durch die Verteuerung ihrer Arbeitsleistung zu bewahren, hätten die Tarifvertragsparteien dagegen nicht gesehen und daher für diese Konstellation keine zusätzliche Entgeltverpflichtung geregelt. Bei beiden Urteilen wurde Revision eingelegt, so dass das Urteil des Bundesarbeitsgerichts abgewartet werden muss. Aufgrund der Urteile des Bundesarbeitsgerichts sowie des Landesarbeitsgerichts Nürnberg hat der Verband kommunaler Arbeitgeber eine Bewertung vorgenommen und entschieden, dass bis auf Weiteres keine Mehrarbeitszuschläge an Teilzeitkräfte zu zahlen sind. Dieser Rechtsauffassung schließt sich das Landeskirchenamt erst einmal an.

Trotzdem können Teilzeitbeschäftigte, die angeordnete Mehrarbeit leisten, natürlich gegenüber ihrem Arbeitgeber Anträge auf Zahlung von Mehrarbeitszuschlägen stellen. Allerdings ist damit zu rechnen, dass diese Anträge aufgrund der Positionierung des Landeskirchenamtes abgelehnt werden. Ein schriftlicher Antrag auf Auszahlung von Mehrarbeitszuschlägen auf geleistete Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigung könnte sich im Nachhinein aber noch positiv auswirken. Sollte das Bundesarbeitsgericht in den beiden Urteilen des Landesarbeitsgerichts Nürnberg zu der Überzeugung gelangen, dass doch eine Benachteiligung Teilzeitbeschäftigter im Rahmen des Teilzeit- und Befristungsgesetzes vorliegt, müssten schriftlich geltend gemachte Ansprüche auch im Nachhinein noch vergütet werden. Die Mitarbeitervertretungen sollten sich im Rahmen ihres Auftrags als Interessenvertretung der Kolleginnen und Kollegen für eine Zahlung von Mehrarbeitszuschlägen bei Teilzeitbeschäftigten, welche Mehrarbeit leisten, stark machen.

Selbstverständlich hat auch jeder einzelne Beschäftigte die Möglichkeit, seine vermeintlichen Ansprüche in einem Arbeitsgerichtsverfahrens geltend zu machen. Da der Ausgang aufgrund der widersprüchlichen Rechtsprechung mehr als offen ist, empfiehlt sich eine vorherige fachanwaltliche Beratung.

Unstrittig ist die Umsetzung eines Urteils des Bundesarbeitsgerichts vom 23. März 2017, wonach Teilzeitbeschäftigten, die im Rahmen von Wechselschicht- oder Schichtarbeit ungeplante Mehrarbeitsstunden leisten, auch dann Anspruch auf einen Überstundenzuschlag haben, wenn durch die Mehrarbeit die Arbeitszeit Vollzeitbeschäftigter nicht überschritten wird.

Siegfried Wulf

(Gesamtausschuss der Mitarbeitervertretungen der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers)

Gerichtsurteile:

Landesarbeitsgericht Nürnberg 7. Kammer Entscheidungsdatum: 30.04.2019
Landesarbeitsgericht Nürnberg 8. Kammer Entscheidungsdatum: 03.05.2019
Bundesarbeitsgericht Urteil vom 19. Dezember 2018 - 10 AZR 231/18

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12.07.19

Tarifabschluss für Beschäftigte nach TV-L

Für die kirchlichen Mitarbeitenden, auf deren Dienstverhältnis der Tarifvertrag der Länder Anwendung findet, werden die für die Arbeitnehmer, Auszubildenden und Praktikanten der Länder zum 1.Januar 2019 tarifvertraglich vereinbarten Entgelterhöhungen rückwirkend ab dem 1.Januar 2019 zur Auszahlung gebracht.Die rückwirkende und die laufende Zahlung der Entgelterhöhung mit der Entgeltabrechnung erfolgt im August 2019.

Hier nun (vorbehaltlich) die entsprechenden Tabellen dazu:

01.01. - 31.12.2019

01.01. - 31.12.2020

01.01. - 30.09.2021

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28.06.19

Newsletter der MAV 1/2019

Inhalt:

1.      GVH Jobticket / GVH-FirmenAbo

2.      Brückenteilzeit - Änderungen im Teilzeit- und Befristungsgesetz erleichtern Rückkehr zur ursprünglichen Arbeitszeit nach Teilzeitarbeit

3.      Entgelt im Krankheitsfall

4.      Aktuelles aus der Arbeit der Schwerbehindertenbeauftragten Diana Dannenberg

5.      Überlastungsanzeige / Gefährdungsanzeige

6.      Verabschiedung Friedlind Eichhorn

7.      Verlängerung der augenblicklichen Amtszeit der Mitarbeitervertretungen in der hannoverschen Landeskirche

8.      Tarifabschluss für Beschäftigte nach TV-L

9.      Überstundenzuschläge nun auch bei Teilzeitarbeit

10.  Quiz zum Arbeitrecht - Muss ich bei dieser Hitze wirklich noch arbeiten ?

Download Newsletter

Wir wünschen allen Beschäftigten einen guten Start in die Sommerferien!

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13.06.19

Kleinbusfahrsicherheits -Training für Ehrenamtliche und Hauptberufliche

Der Arbeits- und Gesundheitsschutzkreis des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf hat am 08.06.19 ein Kleinbusfahrsicherheits-Training durchgeführt. Insgesamt 12 Ehrenamtliche und Hauptberufliche aus dem Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf haben an diesem Training auf dem Gelände des ADAC Fahrsicherheitszentrums in Hannover/Laatzen teilgenommen. Zielgruppe waren die FahrzeugführerInnen, die in diesem Jahr einen Kleinbus im Rahmen von
verschiedenen Maßnahmen (Konfirmandenferienseminar,

Sommerfreizeiten usw. ) fahren werden. Das Training umfasste u.a. Rangierübungen, Ladungssicherung, Bremsen in Kurven, Ausweichen und Unter- und Übersteuern auf glattem und griffigem Belag.
Besonderer Dank gilt den Firmen Temps und Geisler aus Neustadt am Rübenberge, den Stadtjugendpflegen Neustadt und Wunstorf und dem Autohaus Trebeljahr aus Wunstorf, die Kleinbusse zur Verfügung gestellt haben. „Ich finde es richtig gut, dass Ehrenamtliche und Hauptberufliche sich hier freiwillig qualifizieren und dass der Kirchenkreis Geld in die Hand genommen hat, um hier präventiv tätig zu werden,“ sagte der Organisator Klaus-Dieter Coring-Weidner, der Mitglied im Arbeits- und Gesundheitsschutzkreis des Kirchenkreises Neustadt-Wunstorf ist.